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Republik Togo
 Ich habe Anfang 2000 für drei Monate als Zahnarzt in Togo gearbeitet. Togo ist ein kleines Land in Westafrika. Es erstreckt sich von der Küste im Süden über 550 km nach Norden. Dort grenzt es an Burkina Faso. Im Westen liegt Ghana und im Osten Benin. Die Ausdehnung Togos in der Breite variiert zwischen 45 und 115 km. Die Landschaft an der Küste ist durch die Lagunen mit dem Lac du Togo gekennzeichnet. Im Landesinneren dominieren Feucht- und Trockensavannen mit einzelstehenden Büschen und Bäumen. Der tropische Regenwald ist in den weitesten Teilen vernichtet. Nur im Bereich der Hochebene sind noch einige Rester zu entdecken. Große Wildtiere kann man in Togo leider nicht mehr finden. Angeblich soll es im Norden noch Elefanten und Nashörner geben. Die meisten Tiere sind in den verschiedenen Kochtöpfen gelandet. Natürlich gibt es aber genügend Kleingetier zu entdecken. Angefangen von Moskitos in großer Anzahl bis zu Schlangen von beträchtlichem Ausmaß. Das Zentrum Togos liegt an der Küste im Bereich der Hauptstadt Lomé. Daneben gibt es noch einige regionale Zentren in Kpalimé, Atakpamé und Kara. Die Lebensgrundlage des Hauptteils der Bevölkerung ist die Landwirtschaft - meist für Eigenbedarf und den Verkauf der Überschüsse. Es gibt in geringem Umfang auch eine landwirtschaftliche Großproduktion für Baumwolle und Palmenöl. Doch sieht man hauptsächlich kleine private Felder mit Yams und Mais. Diese Felder werden mit Brandrodung und einer Hacke bearbeitet. Die überschüssigen Produkte werden dann auf einem der vielen Märkte oder direkt an der Straße verkauft. Eine Industrie ist nur im Form eines Zement- und eines Phosphatwerkes vorhanden. Der Überseehafen in Lomé stellt einen wichtigen Handelsplatz auch für die Nachbarländer dar. Jedoch sind alle einigermaßen funktionierenden Unternehmen unter ausländischer Leitung. Die Bevölkerung besteht aus vielen verschieden Gruppen, wobei die Ewe deutlich überwiegen. Die Hauptsprache ist Französisch, jedoch werden neben Ewe noch verschiedene andere einheimische Sprachen gesprochen. Eine Staatsreligion ist nicht vorhanden. Traditionelle afrikanische Religionen spielen eine entscheidende Rolle, insbesondere Voodoo. Sie bestehen auch neben und gleichzeitig mit den importierten Religionen, wie Christentum und Islam. Entscheidende Bedeutung hat die Rolle der Familie in Togo. Großfamilien mit mehreren Frauen sind üblich. Die Großfamilie soll Schutz und Auskommen für alle Familienmitglieder garantieren. Nur bestimmt sie auch den Lebensweg der Kinder voraus. So hat das dritte Kind der vierten Frau keine wirkliche Chance auf Ausbildung und Entwicklung. In Togo herrscht ein Schulsystem nach französischem Muster. Es gibt eine Schulpflicht. Da jedoch Schulkleidung und Stifte selbst bezahlt werden müssen und die Kinder beim Ackerbau tagsüber mithelfen, bekommen nicht alle eine grundlegende Ausbildung. Das Gesundheitswesen ist unzureichend. Es dominieren einige vom Ausland gestützte Hospitäler. Jedoch gibt es keine Krankenversicherung, so dass alle ihre Behandlung selbst bezahlen müssen. Die absolute Mehrzahl der Bevölkerung hat aber - wenn überhaupt - nur Geld zum Überleben. Die häufig zum Tode führenden infektiösen Krankheiten sind durch schlechte Ernährung, unzureichende Hygiene und verschmutztes Trinkwasser begründet. In Togo gibt es genügend Wasser, nur ist die Qualität meist schlecht. So holen viele Familien ihr Trinkwasser noch immer aus Tümpeln und Bächen. Poltisch ist Togo eine Republik, wird aber von einem Clan um Präsident Eyadéma mit Hilfe der Militärs totalitär regiert. Eine Opposition mit eigenen Zeitungen ist zwar vorhanden, aber stark zerstritten. Ausländische Beziehungen sind eigentlich nur zu Frankreich gut. Alle anderen Länder - einschließlich Deutschland - haben sich weitgehend aus der Entwicklungshilfe zurückgezogen. Die Zukunft Togos ist sehr ungewiss.
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